Das Internet ist längst fester Bestandteil unserer Lebenswelt. Es hat unser Wissen, unsere Bewegungsfreiheit und unsere Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung revolutioniert. Nahezu stündlich sind wir im Netz – zu Hause, am Arbeitsplatz, oder von unterwegs, aus der Bahn oder dem Restaurant. Sicher ist das Internet vor allem zu einem solchen Medium geworden, weil es äußerst frei und weit weniger Regulierungen unterworfen ist, als klassische „Medienformate“. So ist es kaum verwunderlich, dass auch die Schattenseite unser Gesellschaft im weltweiten Web zu finden sind.
In letzter Zeit hört man immer wieder vom Onlinemobbing. Hier in Lichtenberg sind kürzlich am Kant Gymnasium Fälle aufgetreten, in denen Schüler online untereinander und gegen ihre Lehrerinnen und Lehrer hetzten. Der Direktor Volkmar Knop bat in einem Schreiben an die Gesamtschülervertretung Cybermobbing zu ächten.
Aber was ist Onlinemobbing und wie „funktioniert“ es? Hierbei fungieren Internetplattformen, die häufig unter dem Synonym web 2.0 zusammengefasst werden, als Foren der Meinungsäußerung. Die scheinbare Unabhängigkeit des Netzes sowie die Möglichkeit, sich hinter freigewählten Nutzernamen zu verstecken, wiegen viele Täter in Sicherheit. Zwar ist es durch viele Bemühungen und Gesetzesinitiativen im Verlauf der letzten Jahre gelungen, Menschen für Mobbing, Stalking und andere Formen von Beleidung und Belästigung zu sensibilisieren. Ähnliche „online Taten“ jedoch werden häufig bagatellisiert und damit entschuldigt, dass sowieso keiner die Forenkommentare einer x-beliebigen Internetplattform zur Kenntnis nimmt. Diese Sichtweise ist schlichtweg falsch. Einmal im Netz veröffentlicht, lassen sich Informationen oft nach Jahre später rekonstruieren – da sind gesprochene Worte längst vergessen. Straftaten, um nichts anderes handelt es sich dabei, müssen online mit der gleichen Härte verfolgt werden, wie im „realen“ Leben. Weiterlesen…