„Gute Arbeit“, das ist, wonach sich Millionen von Menschen sehnen.“sagt der DGB-Vorsitzende Michael Sommer. Warum wollen wir nicht den Schulterschluss mit den Gewerkschaften wagen, warum wollen wir uns nicht um die Belange der kleinen Menschen kümmern? Der Anteil derjenigen Erwerbstätigen, die mit weniger als 900 Euro monatlichem Einkommen ihren Arbeitsplatz verlassen, liegt in Lichtenberg bei 27,2%. Wer davon noch eine Familie zu ernähren hat und deshalb zum Jobcenter gehen muss, um sich als „Aufstocker“ ergänzend zum Gehalt eine staatliche Unterstützungsleistung zu erbitten, der kann genau sagen, was „Gute Arbeit“ ist. „Gute Arbeit“ heißt gerechte Entlohnung – also keine Entlohnung unter dem Existenzminimum. Unternehmen, die Kosten sparen wollen, setzen derzeit auf Leiharbeit. Leiharbeit soll Spitzenlasten abdecken. Aber die in Leiharbeit Beschäftigten erhalten bedeutend weniger Gehalt als die festangestellten Kolleginnen und Kollegen. Also arbeiten in einem Unternehmen Menschen zu unterschiedlichen Bedingungen und mit unterschiedlichen Rechten. „Gute Arbeit“ bedeutet gleiche Rechte für alle Beschäftigten im Unternehmen, gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Auch deshalb muss ein Mindestlohn her, der branchen- und regionenübergreifend verbindlich ist. Eine Bankenkrise wird zur Weltwirtschaftskrise, Unternehmen schicken ihre Belegschaft in Kurzarbeit oder entlassen sie gänzlich. Traditionsunternehmen, darunter viele aus dem Mittelstand, bangen um ihr Überleben. „Gute Arbeit“, das ist die Gewissheit einen sicheren Arbeitsplatz zu haben. Wir wollen „Gute Arbeit“ auch für diejenigen, die derzeit keine Arbeit haben. Deshalb kämpfen wir mit aller Kraft für Vollbeschäftigung, denn Arbeit ist ein Menschenrecht. Um möglichst viele Menschen in Arbeit zu integrieren, haben sich die letzten Bundesregierungen vieles einfallen lassen. Die SPD ist mit der Agenda 2010 so manchen Irrweg gegangen, man erinnere an die staatlich verordnete Leiharbeit- die Personalserviceagenturen. Vieles wies in die richtige Richtung, aber manchmal muss man auch den Mut haben, eigene Fehler zu korrigieren. „Gute Arbeit“, das ist unser Ziel für die Wahlen 2011. Aber klar muss sein, dass Wahlversprechen nach der Wahl keine Versprecher bleiben, sondern Taten folgen müssen.