30.10.2010 Lebenshilfe für die Schwachen

Anlässlich seines sechsjährigen Bestehens besuchte Ole Kreins am 30.September 2010 den Selbsthilfeverein Lichtenberger Hilfe e.V.in Friedrichsfelde.  Die gemeinnützige Einrichtung versorgt nach eigenen Angaben tausende Berlinerinnen und Berliner täglich mit frischen Lebensmitteln, Kleidung und Möbeln. Dabei ist die Lichtenberger Hilfe nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ organisiert.

Der Vereinsvorsitzende Peter Wöhler ist selbst arbeitslos und managt den Verein erfolgreich. Zu seinen „Kunden“ gehören Rentner, Kinder, Arbeitslose aber auch zunehmend sogenannte Aufstocker, die trotz Arbeit arm sind. Alle Waren werden als Spenden eingesammelt, entweder bei den kooperierenden Supermarktketten oder durch 100 eigens aufgestellte Kleidercontainer.

Lebensmittel und Kleider können gegen ein geringes Entgelt bzw. Spende erworben werden, die Bedürftigkeit prüft der Verein und dokumentiert seine Initiative. Mit den Spenden finanziert der Verein Räume beispielsweise in Alt-Friedrichsfelde aber auch die Transporterflotte, denn zwischen 12 und 17 Tonnen Lebensmittel täglich müssen transportiert werden. Zu den vielen Sponsoren gehören unter anderem renommierte Autohäuser, Bäckereibetriebe, lokale Gewerbetreibende, die HOWOGE und die Deutsche Bank.

Für seine gute Arbeit ist der Verein bereits mehrfach ausgezeichnet worden, 2006 war er Preisträger beim Bund-Länderprogramm „Soziale Stadt“. 2007 erhielt die Lichtenberger Hilfe die Bürgermedaille des Bezirks Lichtenberg, 2009 den Generationenpreis für das Ehrenamt der SPD-Lichtenberg. Zukünftig will die Lichtenberger Hilfe in Hohenschönhausen eine Suppenküche betreiben.


08.05.2010 Die letzte Krise

Die Banken- und Finanzmarktkrise ist derzeitig in aller Munde. Da stellt sich dem geneigten Leser die Frage, was ist eine Krise? Welche Ursachen hat sie? Und ist es wirklich nur eine Krise der Banken und Finanzmärkte, wenn diese auch Staaten wie Griechenland, Portugal und Spanien trifft? Bei einer Krise ist der Verlust von Regelvertrauen ursächlich und kennzeichnend. Der Vertrauensverlust in die als allgemein gültig anerkannten Regeln des menschlichen Verhaltens, die Regeln der Märkte sowie die völkerrechtlichen Regeln können zum Gegenstand einer Krise werden. Ich denke, dass es sich derzeit nicht um eine Krise im System handelt sondern um eine Krise des Systems selbst. Man möge mir Dummheit oder Ideologie unterstellen, aber eine andere Begrifflichkeit zu finden, die die globale Wirtschaftsordnung besser kennzeichnet, als den Begriff des Kapitalismus, ist in Hinblick auf die vielen unterschiedlichen Marktordnungen der Nationalstaaten schwierig. Deshalb verwende ich ihn. Der Kapitalismus ist – zum wiederholten Male – in einer Krise. Die letzten Krisenjahre entstanden durch den Ölpreisschock in den siebziger Jahren, aber auch die Krise der Weltwirtschaft, die die industrialisierte Welt 1929 getroffen hat. Letztere führte in vielen Teilen der Welt zu Diktaturen und in Deutschland direkt in den Hitlerfaschismus. Die Aufzählung kleinerer und größerer Krisen des ökonomischen Systems ließe sich je nach Blickwinkel der Analyse auf Arbeitslosigkeit, Konsumverhalten, Spar und Verschuldungsquoten, Staatsbankrotte, Wohlstandsverteilung, Hunger und Versorgungskrisen in der 3.Welt verlängern. Diese Krisen sind global. Und weil diese Krisen global und grundsätzlich sind, müssen auch globale und grundsätzliche Lösungsansätze her, sonst ist die derzeitige Krise nicht die letzte Krise gewesen. Weiterlesen…


07.06.2009 Gute Arbeit- Gerechte Löhne

Gute Arbeit“, das ist, wonach sich Millionen von Menschen sehnen.“sagt der DGB-Vorsitzende Michael Sommer. Warum wollen wir nicht den Schulterschluss mit den Gewerkschaften wagen, warum wollen wir uns nicht um die Belange der kleinen Menschen kümmern? Der Anteil derjenigen Erwerbstätigen, die mit weniger als 900 Euro monatlichem Einkommen ihren Arbeitsplatz verlassen, liegt in Lichtenberg bei 27,2%. Wer davon noch eine Familie zu ernähren hat und deshalb zum Jobcenter gehen muss, um sich als „Aufstocker“ ergänzend zum Gehalt eine staatliche Unterstützungsleistung zu erbitten, der kann genau sagen, was „Gute Arbeit“ ist. „Gute Arbeit“ heißt gerechte Entlohnung – also keine Entlohnung unter dem Existenzminimum. Unternehmen, die Kosten sparen wollen, setzen derzeit auf Leiharbeit. Leiharbeit soll Spitzenlasten abdecken. Aber die in Leiharbeit Beschäftigten erhalten bedeutend weniger Gehalt als die festangestellten Kolleginnen und Kollegen. Also arbeiten in einem Unternehmen Menschen zu unterschiedlichen Bedingungen und mit unterschiedlichen Rechten. „Gute Arbeit“ bedeutet gleiche Rechte für alle Beschäftigten im Unternehmen, gleichen Lohn für gleiche Arbeit. Auch deshalb muss ein Mindestlohn her, der branchen- und regionenübergreifend verbindlich ist. Eine Bankenkrise wird zur Weltwirtschaftskrise, Unternehmen schicken ihre Belegschaft in Kurzarbeit oder entlassen sie gänzlich. Traditionsunternehmen, darunter viele aus dem Mittelstand, bangen um ihr Überleben. „Gute Arbeit“, das ist die Gewissheit einen sicheren Arbeitsplatz zu haben. Wir wollen „Gute Arbeit“ auch für diejenigen, die derzeit keine Arbeit haben. Deshalb kämpfen wir mit aller Kraft für Vollbeschäftigung, denn Arbeit ist ein Menschenrecht. Um möglichst viele Menschen in Arbeit zu integrieren, haben sich die letzten Bundesregierungen vieles einfallen lassen. Die SPD ist mit der Agenda 2010 so manchen Irrweg gegangen, man erinnere an die staatlich verordnete Leiharbeit- die Personalserviceagenturen. Vieles wies in die richtige Richtung, aber manchmal muss man auch den Mut haben, eigene Fehler zu korrigieren. „Gute Arbeit“, das ist unser Ziel für die Wahlen 2011. Aber klar muss sein, dass Wahlversprechen nach der Wahl keine Versprecher bleiben, sondern Taten folgen müssen.