In der letzten Woche wurden die Stolpersteine der Familie Loewenberg in der Leopoldstraße erneut geschändet. Unbekannte hatten diese kleinen Gedenkorte mit schwarzer Farbe verunreinigt.
Olaf Ruhl, bekannter Kulturschaffender in Lichtenberg und ich reinigten die Stolpersteine am letzten Sonntag.
Die Stolpersteine sind ein Projekt des Künstlers Gunter Demnig. Mit diesen Gedenktafeln soll an das Schicksal der Menschen erinnert werden, die im Nationalsozialismus ermordet, deportiert, vertrieben oder in den Suizid getrieben wurden.
In Lichtenberg wird das Projekt durch die Netzwerkstelle Licht-Blicke (pad e.V.) betreut. Die geschändeten Stolpersteine wurden im November 2009 von einer Schüler/innengruppe der nahe gelegenen Immanuel-Kant-Oberschule verlegt. Dazu wurden zahlreiche Recherchen zum Leben der früheren Bewohner/innen angestellt. Die Schülerinnen und Schüler haben herausgefunden, dass Arthur, Gertrud und Max Loewenberg im März 1943 von den Nationalsozialisten in das Konzentrationslager Auschwitz deportiert worden sind. Dort wurden sie wahrscheinlich ermordet. Das Haus Ecke Leopold-/ Emanuelstraße war der letzte Wohnsitz der Familie.
Die Farbattacke entwürdigt das Gedenken an die Familie Loewenberg ebenso wie das Gedenken an die anderen in den Tod getriebenen Lichtenberger Jüdinnen und Juden.
Ich verurteile diese wiederholten rechtsextremen Schändungen.
Als Nachbar, Bürger und Politiker begrüße und unterstütze das Verhalten von den Anwohnerinnen und Anwohnern, die Anzeige bei der Polizei aufgrund der Sachbeschädigung erstatteten und die Stolpersteine anschließend reinigten.
Wir stehen ein für einen menschlichen, weltoffenen und toleranten Weitlingkiez und für das friedliche Zusammenleben aller Menschen in diesem Land, ungeachtet ihrer Weltanschauung, Religion, Kultur oder Hautfarbe.

Das Foto ist entstanden beim Kiezspaziergang am 06. August. Foto: Pakosta